Weltweite Naturgefahren und Georisiken

Die Auswirkungen von Naturgefahren nehmen weltweit zu. Auf der Geo.X-Konferenz wurden Empfehlungen für eine globale Risikomanagement-Strategie gegeben.

Auf der Geo.X-Konferenz in Berlin haben 30 Vertreter aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen, der Politik, Wirtschaft und Katastrophenschutz vom 24. bis 26. März 2015 über Naturgefahren und Georisiken in der globalisierten Welt in einem Workshop diskutiert. Geo.X ist ein geowissenschaftliches Kompetenznetzwerk in Berlin und Potsdam, das die Expertise von vier Universitäten und fünf außeruniversitären Forschungseinrichtungen zusammen trägt. Die Themenfelder dieses Netzwerkes sind Naturgefahren und –risiken, natürliche Ressourcen und Rohstoffe sowie menschliche Lebens- und Gestaltungsräume.

Zentrales Thema in Berlin war die Geo-Risiko-Forschung und deren Beitrag  zu einer koordinierten Entwicklung von Risikomanagement-Strategien. 

Vor allem die urbane Explosion lassen die Anfälligkeit bzw. Verwundbarkeit (Vulnerabilität) der Gesellschaft gegenüber Naturgefahren steigen, was ein Blick auf die Anzahl der 5-Millionen-Städte der Welt verdeutlicht. Während 1950 lediglich sieben dieser Megastädte existierten, werden es 2020 bereits über 60 sein. Die Infrastruktur kann dieser Entwicklung nicht folgen.

Die Facetten der Vulnerabilität sind vielfältig und reichen von physikalischen, politischen, sozialen, finanziellen bis hin zu ökonomischen und ökologischen Aspekten. Die besonderen Herausforderungen für das Risikomanagement liegen in der Verantwortung, Finanzierung, Information, gesellschaftlichen Akzeptanz und der Psychologie des Menschen. Professor Jochen Zschau vom Deutschen Geoforschungszentrum formulierte auf der Abschlussveranstaltung auf dem EUREF-Campus ausgewählte Kernbotschaften für die Öffentlichkeit. Demnach ist ein interdisziplinärer Dialog für integrierte Forschung und Anwendung mit  naturwissenschaftlichen, kulturellen und sozialen Perspektiven notwendig. Zudem müssen Netzwerke von Wissenschaftlern, Politikern und Ökonomen aufgebaut sowie eine weltweite und interaktive Risiko-App entwickelt werden. Zschau betonte, das Risikomanagement als Chance für wirtschaftliches Wachstum anzusehen.

Text: Karl Dzuba, Wissensplattform Erde und Umwelt

Text, Fotos und Grafiken soweit nicht andere Lizenzen betroffen: eskp.de | CC BY 4.0
eskp.de | Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft

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