Forschungsthema: Vulkanismus

Vulkanausbrüche haben vielfältige Folgen: heute vor sechs Jahren wurde über Europa der Flugverkehr eingestellt.

Zum "Forschungsthema: Vulkanismus" haben wir ausgewählte Beiträge von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich (FZJ), des GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ), des Helmholtz-Zentrums München (HZM) und des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zusammengestellt. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erklärt darüber hinaus die Gefahren von Vulkanasche für Flugzeugtriebwerke.
Für weitergehende Informationen, bitte den jeweiligen Verlinkungen folgen.

Vulkanismus

Teils mit gewaltiger Kraft formen Vulkanausbrüche die Erdoberfläche um. Für die Anwohner bedeuten Vulkane eine ständige Bedrohung. Und doch siedeln sich selbst nach Ausbrüchen immer wieder viele Menschen in ihrer unmittelbaren Nähe an. Aktive Vulkane gibt es allerdings nicht nur in fernen Ländern wie Chile oder Indonesien, sondern auch in Europa, sogar in Deutschland. Mehr zu Vulkanismus »

Täglich kommt es irgendwo auf der Erde zu einem Vulkanausbruch. Das Material, das dabei aus einem Vulkan herausfließt (effusiver Vulkanismus) oder mit enormer Kraft herausgeschleudert wird (explosiver Vulkanismus), ist sehr unterschiedlich und reicht von Gas über Asche zu verschiedenen Gesteinstypen. Mehr zu Eruptionsprodukten »

Vulkanische Gase/Gesundheitsrisiken

Die anteilige Zusammensetzung vulkanischer Gase ist variabel. Doch generell ist Wasserdampf (H2O) das häufigste Vulkangas. Hinzu kommen Kohlendioxid (CO2), Schwefeldioxid (SO2) und untergeordnet auch Kohlenmonoxid (CO), Chlor (Cl), Wasserstoff (H2) und Schwefelwasserstoff (H2S). Mehr zu Vulkangasen »

Die vulkanischen SO2-Emissionen beeinträchtigen die Luftqualität nicht nur in der Umgebung des Vulkans, sondern je nach Wetterlage, auch in entfernteren Gebieten. So konnten im September 2014 während des Ausbruchs des Vulkans Bardarbunga (Island) auch außerhalb von Island, vor allem in Norwegen,  regelmäßig erhöhte SO2-Konzentrationen nachgewiesen werden. Am 22. September 2014 wurden sogar ungewöhnlich hohe SO2-Werte in einigen Regionen von Österreich und am deutschen Alpenrand registriert. Mehr Information zu den Simulationen der Schwefeldioxidausbreitung »

Bei möglichen Gesundheitsrisiken durch Vulkane muss zwischen kurzfristigen Beeinträchtigungen und langfristigen Schädigungen unterschieden werden. Generell bestimmen die Größe, Form und Dichte der Partikel die Auswirkungen, die sie in der Lunge haben können. Vor allem bei Asthmatikern und Menschen mit Atemwegserkrankungen können mikroskopisch kleine Partikel zu Reizungen der Atemwege führen.
Epidemiologisch sind allerdings keine Gesundheitsrisiken in größerem Abstand zu einem Vulkan mehr zu befürchten. In unmittelbarer Nähe zum Vulkan kann H2S allerdings toxisch, also giftig bzw. sogar tödlich sein. Mehr zu möglichen Gesundheitsrisiken »

Auswirkungen von Vulkanausbrüchen

Die direkte Umgebung eines Vulkans ist meist unmittelbar von einem Ausbruch betroffen: Explosiv ausgeworfene Asche regnet auf das Land herunter. Vulkangase beeinträchtigen das Atmen. Lavaströme und Glut- und Aschewolken überziehen die Umgebung. Diese kann bei großen Ausbrüchen weit verbreitet und meterdick werden. Druckwellen (“Surges”) können Häuser und Bäume umkippen. Kommt Lockergestein auf dem Vulkan mit Wasser in Verbindung, so können Lahare entstehen. Wenn ein pyroklastischer Strom, eine Surge oder ein Lahar einen See oder das Meer erreicht, können auch Tsunami ausgelöste werden. Mehr zu Auswirkungen von Vulkanausbrüchen »

Ob ein Vulkanausbuch einen globalen Einfluss auf das Klima hat, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Asche- und Schwefeldioxidmenge können sehr unterschiedlich sein, genauso wie die Höhe der Abgassäule und der Breitengrad. Der Ausbruch des Tambora (Sumbawa, Indonesien) im Jahr 1815, auf den eine globale Abkühlung folgte, ist ein Beispiel. Das Jahr 1816 galt auch in Europa als "Jahr ohne Sommer". Mehr zu Aerosolen und deren Auswirkungen »

Durch die Ausbruchsserie des Eyjafjallajökulls von April bis Mai 2010 wurde aufgrund der vorherrschenden nordwestlichen Wetterlage Vulkanasche innerhalb von wenigen Tagen über die Nordsee und Nordwesteuropa ostwärts bis nach Zentralrussland und südwärts bis nach Spanien und Portugal transportiert. Mehr zur Ausbreitung der Vulkanasche nach Eyjafjallajökull-Ausbruch »

Die Aschewolke über Europa führte zur Sperrung des Luftraums, so dass der Flugverkehr weitgehend zum Erliegen kam. Die Folge waren nicht nur Flugpassagiere, die Anschlussflüge nicht bekamen, sondern auch wirtschaftliche Verluste, da Frischwaren und kritische Ersatzteile nicht nach Europa mit dem Flugzeug gefrachtet werden konnten. Warum Vulkanasche für Flugzeugtriebwerke gefährlich ist erklärt das Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Text, Fotos und Grafiken soweit nicht andere Lizenzen betroffen: eskp.de | CC BY 4.0
eskp.de | Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft

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