Forschungsthema: Wasser

Süßwasser ist eine lebenswichtige Ressource, die sparsam genutzt werden sollte.

Alle Lebewesen sind von Süßwasser abhängig. Sei es direkt in Form von Trinkwasser oder auf indirektem Wege beim Anbau von Getreide, Obst und Gemüse oder bei der Herstellung von Kleidung und Industriegütern.

Das "Forschungsthema: Wasser" fasst ausgewählte Beiträge von Wissenschaftlern des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ), des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zusammen. Für weiterführende Informationen bitte den jeweiligen Verlinkungen folgen.

Wasserverbrauch

Im Jahresbericht "World Water Development Report 2015" der Vereinten Nationen wird auf das drängende Problem der Wasserknappheit hingewiesen. Demnach haben 748 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Weiterhin wurden die Verschwendung und Verschmutzung des Trinkwassers kritisiert.
Dabei spielt nicht nur die direkte Wassernutzung im Haushalt und für die Körperhygiene eine wichtige Rolle, sondern auch der indirekte Wasserverbrauch. In Land- und Forstwirschaft und in der Industrie werden für die Herstellung von Produkten enorme Mengen an Wasser verbraucht. Dieses Wasser, welches entlang einer Wertschöpfungskette verwendet wird, wird auch als virtuelles Wasser bezeichnet.
2.495 Liter Wasser werden beispielsweise für die Herstellung eines T-Shirts benötigt »

 In einem Interview mit der Helmholtz-Gemeinschaft erörtert Prof. Dr. Erik Gawel vom UFZ ökonomische Konsequenzen des Wasserverbrauchs. Darüber hinaus werden Möglichkeiten diskutiert, ob und welche Optionen zu einem effizienteren Wasserkeislauf führen können. Zum Podcast »

Wasserqualität

Insbesondere ehemalige Bergbauregionen haben mit erhöhten Arsengehalten im Grundwasser zu kämpfen. Durch Vulkanausbrüche oder der Verbrennung von fossilen Brennstoffen (Öl, Gas, Kohle) sowie Industrieproduktionen (Legierungen, Halbleitertechnik) wird Arsen genutzt und freigesetzt. In der Landwirtschaft eingesetzte Kalkdünger und Schädlingsbekämpfungsmittel enthalten Arsen, welches durch die Einbringung in den Boden direkt oder über die Pflanze ins Grundwasser gelangt.
Wissenschaftler am UFZ haben einen Schnelltest für Arsen im Grundwasser entwickelt mit dem sich die Wasserqualität einfach und schnell überprüfen lässt. Mehr zu Arsen im Trinkwasser »

In Deutschlandhaben inzwischen zwar 90 Prozent der Flüsse und Seen den laut Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) geforderten guten chemischen Zustand. Den notwendigen guten ökologischen Zustand schaffen hingegen nur etwa 10 Prozent der Oberflächengewässer. Dieser Befund könnte Glauben machen, dass heute kaum noch Gefahren von Chemikalien ausgehen. Allerdings sind die standardmäßig für die Beurteilung der Wasserqualität zugrunde gelegten 30 Stoffe heute kaum noch im Einsatz oder lange verboten. Demgegenüber werden tausende von Stoffen, die aktuell in Mikromengen und als Mixturen in die Gewässer gelangen, toxikologisch bislang nicht beurteilt. Mehr zu umweltgerechten Chemikalien »

Wassermangel

Als Dürre wird ein Zustand der Wasserknappheit über einen längeren Zeitraum bezeichnet. Im Allgemeinen werden die meteorologische Dürre, die landwirtschaftliche Dürre und die hydrologische Dürre unterschieden. Bei meteorologischen Dürren fällt über einen längeren Zeitraum weniger Niederschlag als im Mittel für diesen Zeitraum üblich. Hydrologische Dürren treten auf, wenn Flüsse weniger Wasser führen als normalerweise. Entscheidend für eine landwirtschaftliche Dürre ist die Bodenfeuchte, also das in der Wurzelzone des Bodens durch die Schwerkraft festgehaltene Wasser. Bei einer Dürre ist die Bodenfeuchte niedriger als im Mittel. Auch in Deutschland kann es aufgrund von Niederschlagsmangel zu Dürren kommen. Wie Dürre auch die heimische Landwirtschaft beeinflusst, lesen Sie hier »

Um landwirtschaftliche Erträge trotz ausbleibendem Regen zu sichern, wird Wasser aus Flüssen und Seen für die Bewässerung von Agrarland eingesetzt. Darüber hinaus wird es zur Energieerzeugung oder im Haushalt als Trink- und Nutzwasser verbraucht. Insbesondere in Regionen, in denen Wasser knapp ist, müssen die elementaren Fragen zur entnommenen Wassermenge und deren Verwendungszwecke zwischen den verschiedenen Anrainerstaaten oder Bevölkerungsgruppen transparent und gerecht geklärt werden.
Kompliziert wird die Lage, wenn ein Fluss nicht nur eine, sondern mehrere Landesgrenzen passiert und innerhalb eines Landes verschiedene Nutzungsinteressen entlang des Flusslaufes vorherrschen. Mehr zur Wassernutzung in Zentralasien »

Monsun

Der Westafrikanische Monsun (WAM) und die damit verbundenen Niederschläge gelten als wichtige sozio-ökonomische Faktoren in der westafrikanischen Küstenregion am Golf von Guinea, da fast 80 Prozent des Bruttosozialproduktes in dieser Region vom Agrarsektor abhängen. So werden sowohl die Erträge der Kleinbauern als auch die Energieerzeugung durch Wasserkraft in den zahlreicher werdenden Stauseen von den während des Monsuns auftretenden Niederschlagsmengen beeinflusst. Mehr zum Wirtschaftsfaktor Monsun »

Text, Fotos und Grafiken soweit nicht andere Lizenzen betroffen: eskp.de | CC BY 4.0
eskp.de | Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft

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