Monsun

Fast drei Milliarden Menschen leben in Südostasien und Westafrika im Einflussbereich des Monsuns

Sonneneinstrahlung ist verantwortlich für diese großräumigen Luftzirkulationen im Bereich der Tropen und Subtropen

Der Monsun wird durch Temperatur- und Luftdruckunterschiede zwischen den tropischen und subtropischen Landmassen und den Ozeanen erzeugt. Er unterliegt jahreszeitlichen Veränderungen, da im Winter tiefere Temperaturen und höherer Druck über dem Land vorherrschen, im Sommer diese Verhältnisse jedoch umgekehrt sind.

Die Monsunwinde tragen in den warmen Sommermonaten die feuchte Luft über dem Ozean an Land, wo kurze, aber zumeist starke Regenfälle das Klima prägen. Diese feuchte Jahreszeit wird auch als Regenzeit bezeichnet. In unseren Wintermonaten wandert die Innertropischen Konvergenzzone (ITCZ) aufgrund der sich ändernden Temperatur- und Druckverhältnisse wieder in Richtung Äquator oder sogar in die südliche Hemisphäre, sodass die Niederschläge auf dem Land abnehmen und in den nördlichen Tropen Trockenzeit herrscht. Auf der Südhalbkugel in Nordaustralien beginnt dann die Regenzeit (australischer Monsun). Die ITCZ ist eine wenige hundert Kilometer breite Tiefdruckrinne in Äquatornähe, welche sich im Bereich der von Norden und Süden zusammenströmenden östlichen Passatwinde bildet. Diese entstehen durch die am Äquator aufsteigende feucht-warme Luft, da hier die Sonneneinstrahlung am stärksten ist und bodennah Luft nachfließen muss.

Der anfangs beschriebene jahreszeitliche Ablauf von Winter- und Sommermonsun vollzieht sich allerdings nicht gleichmäßig. Das hochkomplizierte Monsunsystem wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Den stärksten Effekt auf die Verdunstung haben die Winde und Wasseroberflächentemperaturen. Es handelt sich dabei um (über)regionale Wetter- und Klimaphänomene sowie ihre Fernwirkungen. Dazu zählt auch das bekannte El Niño-Phänomen.

Auch die Zunahme an Treibhausgasen und Aerosolen in der Atmosphäre kann zu Veränderungen führen, die im Detail jedoch noch nicht erfasst sind. Der fünfte Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) geht davon aus, dass sich diejenigen Gebiete, die die von Monsunen betroffen sind, bis zum Ende dieses Jahrhunderts wahrscheinlich ausweiten werden. "Während sich die Monsunwinde wahrscheinlich abschwächen, werden die Monsunniederschläge wegen des höheren Feuchtegehaltes der Atmosphäre zunehmen. In vielen Regionen wird darüber hinaus die Dauer der Monsunsaison wahrscheinlich zunehmen," so die Prognosen des IPCC.

Wechselwirkungen zwischen westafrikanischem und indisch-ostasiatischem Monsun

Zudem kann es zwischen den einzelnen Monsunsystemen wie dem westafrikanischen und indisch-ostasiatischen Monsun zu Wechselwirkungen kommen, die sich auf das globale Wetter und Klima auswirken können. Schließlich stehen Entstehung und Zugbahnen tropischer Wirbelstürme (z. B. Hurrikane und Taifune) mit den jeweiligen Monsunsystemen in Verbindung.

Neben dem australisch-asiatischen ist der westafrikanische Monsun ein zweites wichtiges Monsunsystem der Erde. Die mit dem Monsun einhergehenden Niederschläge sind für viele Länder der Tropen und Subtropen enorm wichtig. Vor allem in Asien und Westafrika hängt das Bruttosozialprodukt stark vom Monsunregen ab, da dort überwiegend landwirtschaftliche Erzeugnisse zur Ökonomie der jeweiligen Länder beitragen. So ist beispielsweise in Indien der Ertrag der Reisernte wesentlich vom Monsum abhängig und ein spätes Einsetzen des Monsums kann schnell zu einem Produktionsrückgang von mehreren Millionen Tonnen Reis führen. Der Monsunregen ist auch ein wesentlicher Faktor, um den Grundwasserspiegel wieder aufzufüllen und die Versorgung der Bevölkerung mit sauberem Wasser zu gewährleisten. Das ist gerade in Indien mit seiner wachsenden Bevölkerung eine große Herausforderung. So leben in Indien gegenwärtig 16 Prozent der Weltbevölkerung. Gleichzeitig liegen im Land nur vier Prozent des weltweit verfügbaren Süßwassers.

Der Monsun kann aber auch ganz andere Effekte nach sich ziehen. Forscherinnen und Forscher der Max-Planck-Gesellschaft haben herausgefunden, dass gefährliche chlorierte Kohlenwasserstoffe wie DDT, die in Indien bereits vor vielen Jahren in der Landwirtschaft verwendet wurden, Jahr für Jahr aus den kontaminierten Böden durch den Monsun durch Ausdünsten wieder freigesetzt werden und über die Monsunwinde großflächig verteilt werden.

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