Erdbebenserie in Papua-Neuguinea

Seit Ende März kommt es im Südpazifik immer wieder zu stärkeren Erdbeben. Zuletzt ereignete sich am 7. Mai 2015 ein Beben der Stärke 7,0.

Am 29. März 2015 trat an der Südostküste Papua-Neuguineas ein Erdbeben mit der Magnitude M7,4 in 34 km Tiefe auf. Das Ereignis löste eine überdurchschnittlich starke Nachbebensequenz aus, in deren Folge bis zum 7. Mai 2015 drei weitere Starkbeben mit Magnituden M 6,6, M6,7, M7,4 und M7,0 auftraten. Das Beben am 5. Mai hatte einen schwachen, lokalen Tsunami ausgelöst.

Die Erdbebenzone im Bereich Papua Neuguineas befindet sich im Konvergenzbereich zwischen der Australischen und Pazifischen Platte, wobei sich die Australische Platte mit etwa 10 cm/Jahr in nordöstliche Richtung auf die Pazifische Platte zubewegt. Die lokale Tektonik ist allerdings durch mehrere Mikroplatten beeinflusst. Im Bereich der Bebensequenz konvergiert die Solomon Mikroplatte unter den südlichen Teil der Bismarck Mikroplatte. Deshalb treten unter Neubritannien, der größten Insel Neuguineas, immer wieder Erdbeben wie auch aktiver Vulkanismus auf. Der bekannteste Vulkan Rabaul liegt nahe der Stadt Rabaul, im Nordteil Neubritanniens.

Allein im letzten Jahrhundert traten im Umfeld von Papua Neuguinea (250 km Radius) mehr als 36 Erdbeben mit Magnituden größer M>7 auf.

Zu den historischen Starkbeben zählen mehrere M>8 Ereignisse auf unterschiedlichen Plattengrenzen im Bereich Papua Neuguineas (siehe Abb. rechts), die meist in geringer Tiefe lagen und teilweise Tsunamis ausgelöst haben. Das M8,0 Beben im Jahr 2000 hat über 100 km lange Oberflächenrupturen auf der benachbarten Insel Neuirland erzeugt.

Die Inseln Neubritannien und Papua Neuguinea liegen insgesamt in einer Region hoher seismischer Gefährdung (siehe Abb. rechts). Die Nachbebenaktivität des M7,4 Bebens vom 29. März 2015 hat bis zum 5. Mai etwa doppelt so viele Nachbeben wie eine durchschnittliche Nachbebenaktivität erzeugt. Dennoch kann die Abklingrate noch als normal beurteilt werden (der Omori-Exponent ist p=1). Die letzten drei großen Erdbeben (M6,6 am 30. April , M6,7 am 1. Mai und M7,4 am 5. Mai 2015), die als Teil dieser Sequenz aufgefasst werden können, lösen nun ihre eigenen lokalen Nachbebensequenzen aus.

Die Epizentren der Bebensequenz liegen etwa 40 - 60 km von der Stadt Kokopo (ca. 26-tausend Einwohner) und 280 km von der Hauptstadt Kimbe (ca. 24-tausend Einwohner) entfernt.

Quellen:
GEOFON, GSHAP, WSM

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