Badegewässer haben überwiegend gute Qualität

Die Badegewässer in Europa werden zunehmend sauberer: in Deutschland haben über 90 Prozent der Küsten- und Binnengewässer ausgezeichnete Qualität.

Die Europäische Umweltagentur (EUA) erstellt den jährlichen Wasserzustandsbericht auf Grundlage von Daten der vorausgegangenen Badesaison. Der diesjährige Bericht fasst demnach die im Sommer 2015 gesammelten Daten zusammen, die Hinweise auf die zu erwartende Qualität der Badegewässer für das Jahr 2016 geben.
Die EUA hat auch im Jahr 2015 die Badegewässer in Europa untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass in acht Mitgliedsstaaten über 90 Prozent der untersuchten Gewässer eine ausgezeichnete Qualität aufweisen. Auch 90,3 % der deutschen Küsten- und Binnengewässer haben eine ausgezeichnete, 6,3 % eine gute, 1,2 % eine ausreichende und leider 0,3 % eine mangelhafte Qualität.

Insgesamt wurden fast 21.600 Badegwässer europaweit im Jahr 2015 analysiert. Generell zeichnet sich bei den jährlichen Untersuchungen der Badegewässer ein positiver Trend ab, da sich die Wasserqualität zunehmend verbessert.

Qualität der Badegewässer in Deutschland

Während der Badesaison 2015 wurden in Deutschland nach Angaben des Umweltbundesamtes fast 2.300 nach der EG-Badegewässerrichtlinie überwacht. Davon lagen 367 an der Küste von Nord- und Ostsee, 1.925 an Binnengewässern wie Seen und Flüssen.
Das Ergebnis der Untersuchungen war erfreulich, da 98 Prozent der Badegewässer den Qualitätsanforderungen entsprachen. Viele Gewässer konnten sogar den strengeren Anforderungen genügen, so dass ihnen eine ausgezeichnete Qualität zugesprochen wurde.

Lediglich 47 Badegewässer mussten laut Umweltbundesamt zeitweilig oder auch für einen längeren Zeitraum geschlossen werden, da beispielsweise durch Starkregen sich die Wasserqualität durch das Einspülen von Fäkalien aus Uferzonen verschlechtert hat oder Cyanobakterien (Blaualgen) nachgewiesen wurden.

Verschmutzungen durch Müll werden nicht ermittelt

Die Verunreinigung durch Müll spielen bei den Untersuchungen allerdings keine Rolle. Deshalb kann von einer guten Badegewässerqualität nicht generell auf einen guten ökologischen Zustand der Gewässer geschlossen werden. "Die Badegewässerrichtlinien unterscheiden sich von der Wasserrahmenrichtlinie. Letztere berücksichtigt unter anderem die Zusammensetzung und Vielfalt der Fauna und Flora, die für das Ökosystem See eine zentrale Rolle spielen", erklärt Dr. Mario Brauns vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Magdeburg.

Linktipps

  EUA-Bericht: Qualität der europäischen Badegewässer 2015
 Interaktive Karte, in der vom EUA für Europa die Ergebnisse eingetragen sind
 Badeseen: "Die Wasserqualität ist gut" (Interview mit Karsten Rinke vom Umweltforschungszentrum, UFZ mit der Helmholtz-Gemeinschaft im Juli 2016)
 Wasserqualität in Deutschen Badegewässern (Umweltbundesamt)
 Wasserqualität für Berliner Badeseen (Landesamt für Gesundheit und Soziales)

Text, Fotos und Grafiken soweit nicht andere Lizenzen betroffen: eskp.de | CC BY 4.0
eskp.de | Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft

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