Starkes Erdbeben in Kalifornien

Ein Erdbeben der Stärke 6,1 (Mw) hat am Sonntagmorgen (Ortszeit) Nordkalifornien nur unweit der Metropole San Francisco erschüttert.

Nach Angaben des GEOFOrschungsNetzwerkes GEOFON, eine Infrastruktur des Deutschen GeoForschungsZentrums in Potsdam (GFZ), lag das Epizentrum nur wenige Kilometer vom Weinanbaugebiet Napa Valley und rund 70 Kilometer nordöstlich der Großstadt San Francisco entfernt. Das Beben ereignete sich am Sonntag, den 24. August 2014 um 3:20 Uhr Ortszeit (12:20 Uhr deutscher Zeit) in einer Tiefe von rund zehn Kilometern.

Kalifornien wird immer wieder von stärkeren Erdbeben erschüttert. Das letzte schwere Erdbeben mit einer Stärke von 6,9 ereignete sich hier 1989. San Francisco liegt an der San-Andreas-Verwerfung, einer über 1.000 Kilometer langen Transformstörung bei der sich die Pazifische Platte nordwärts und die Nordamerikanische Platte südwärts schieben und aneinander reiben.

Heftige Erdbeben auch in Chile und Peru

In der Nähe des Dorfes Pisagua, nördlich von Iquique, kam es am 2. April diesen Jahres zu einem Beben der Magnitude 8,1, dem größten in Chile seit dem 8,8-Beben weiter südlich in 2010. An Südamerikas Westküste taucht die pazifische Nazca-Platte unter den Kontinent und baut dabei Spannung auf, die sich durch Erdbeben entlädt.

Zu einem weiteren heftigen Erdstoß der Stärke 6,8 kam es am Sonntag in Peru in 89 km Tiefe, erheblich tiefer als die meisten Beben. Auch hier ist das Abtauchen der Nazca Platte unter die Südamerikanische Platte verantwortlich für das Erdbeben, genauso wie beim Beben am Samstag (23.08.) in Chile. Anders als bei den obengenannten chilenischen Beben trat das Beben allerdings nicht an der Plattengrenzfläche auf, sondern innerhalb der abtauchenden ozeanischen Nazca-Platte. Die notwendigen Spannungen werden hier durch interne Verformung der Platte aufgebaut.

GEOFON ist Teil der Modular Earth Science Infrastructure (MESI) des GFZ und bietet verschiedene Services im Bereich "Globale Netzwerke", "Datenarchivierung und -verteilung" sowie "Datenkommunikation" an. Es unterstützt die Helmholtz-Mission, in dem es eine seismologische Infrastruktur für die Erforschung des komplexen Systems Erde anbietet und dazu beiträgt, die große Herausforderung der Verminderung der Gefährdung durch Erdbeben und Tsunamis anzunehmen.

Mit einem Klick auf die Karte erhalten sie die Erdbebenparameter wie das Epizentrum, also den Ort (Bebenherd), an dem sich das Erdbeben ereignet hat. Darüber hinaus sind die Tiefe, Stärke sowie Uhrzeit (UTC - koordinierte Weltzeit) des Bebens angegeben. Sehr große Erdbeben haben Bruchflächen, die sich über mehrere Zehner bis Hunderte von Kilometern erstrecken, und die angezeigte Lokation zeigt den Punkt an, von dem der Bruch ausging.

Text: Karl Dzuba, Wissensplattform Erde und Umwelt

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