Japanische Behörden warnen vor möglichem Vulkanausbruch

Für den unmittelbar in der Nähe des Atomkraftwerks Sendai liegenden Vulkan Sakurajima ist die zweithöchste Warnstufe ausgegeben worden.

Der Sakurajima ist einer der aktivsten Vulkane Japans. Knapp 1.000 Explosionen wurden 2011 registriert, im Jahr darauf waren es noch 885. Zwischen Januar und Juni 2015 wurden bereits 672 Eruptionen gezählt. Auch derzeit rumort es wieder in dem 1.117 Meter hohen Berg, der nur zehn Kilometer von der 600.000 Einwohner zählenden Stadt Kagoshima entfernt liegt.

Am Samstag, dem 15. August, hatte der Japanische Meteorologische Dienst (JMA) nach zahlreichen vulkanischen Erdbeben die Warnstufe 4 auf der fünfstelligen Skala ausgegeben. Mehrere tausend Menschen, die in der näheren Umgebung zum Vulkan leben, müssen sich demnach auf eine mögliche Evakuierung vorbereiten. 77 Personen, die sich in der besonders gefährdeten Zone in einem Radius von drei Kilometern zum Vulkan aufhielten, mussten bereits evakuiert werden. Erst wenige Tage zuvor am 11. August war ein Atomreaktor im nur 50 Kilometer entfernten Sendai wieder hochgefahren worden, der erste seit dem Atomunfall 2011. Ein Erdbeben und ein Tsunami hatten vor der japanischen Küste in Fukushima am 11. März 2011 eine Nuklearkatastrophe ausgelöst.

Beim letzten großen Ausbruch schoss der Vulkan am 18. August 2013 eine Aschewolke bis zu fünf Kilometer in den Himmel und überzog Kagoshima mit einer Ascheschicht. Im Jahre 1914 löste sich nach anfänglich stark explosiver Aktivität ein gewaltiger Lavastrom, durch den die damalige Vulkaninsel auf natürliche Weise mit dem Festland verbunden wurde.

Der Sakurajima ist ein Stratovulkan und liegt inmitten des Pazifischen Feuerrings, entlang dessen sich die meisten Vulkane der Erde befinden. Unter dem Stichwort Vulkane (oder in diesem Artikel in der rechten Spalte) finden sie hier auf der Wissensplattform Erde und Umwelt (ESKP) zahlreiche Hintergrundartikel und Wissenswertes zum Thema.

Update: Am 1. September 2015 wurde vom JMA die Warnstufe für den Sakurajima von 4 auf 3 zurückgenommen.

Text: Karl Dzuba, Wissensplattform Erde und Umwelt; fachliche Durchsicht und Ergänzungen Christina Bonanati (GEOMAR)

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