Iran ist ein Erdbebenrisikogebiet

Im April 2013 erschüttert ein heftiges Beben die Grenzregion zwischen Iran und Pakistan. Kein Einzelfall, denn den Iran treffen immer wieder starke Erdbeben.

Irgendwo auf der Erde bebt es immer. Am 16. April 2013 erschütterte ein heftiges Beben der Stärke 7,7 die Grenzregion zwischen Iran und Pakistan. Seismologe Frederik Tilmann vom Deutschen GeoForschungsZentrum in Potsdam (GFZ) im Interview mit „Zeit Online“ über das Hochrisikogebiet Iran, die Gefahr von Beben für den Menschen und die Zuverlässigkeit von erhobenen Messdaten.

Das Beben ereignete sich östlich der iranischen Stadt Khash in einer Tiefe von 73 Kilometern. Die Auswirkungen waren bis in die indische Hauptstadt Neu-Delhi zu spüren. Dutzende Menschen kamen in Pakistan ums Leben, zahlreiche wurden verletzt und hunderte Häuser zerstört. Es handelte sich um das stärkste Beben im Iran seit 40 Jahren. Erst am 9. April 2013 hatte zuvor ein Erdbeben der Stärke 6,4 südöstlich der Stadt Bushehr den Süden des Irans erschüttert. Der Grund für die vergleichsweise geringe Zahl an Toten durch ein derartig schweres Beben, ist das nur dünn besiedelte Gebiet der iranisch-pakistanischen Grenzregion, in dem das Epizentrum lag.

Iran ist ein "Hochrisikogebiet für Erdbeben", erklärt Tilmann. Grund dafür ist die Nordwärts-Bewegung von Arabien, die die Erde im Iran und benachbarten Ländern großflächig verformt und unter Spannung setzt. Am Golf von Oman, dem Ursprung des Bebens, schiebt sich allerdings arabische Kruste unter die eurasische Platte, weshalb "sehr tiefe Beben" in dieser Region auftreten. "Doch auch sie können an der Oberfläche verheerend sein", sagt Tilmann. Gerade im Iran sterben bei Erdbeben immer wieder Menschen. Tilmann erklärt das mit der "ländlichen Lehmbauweise", die bei Erschütterungen extrem einsturzgefährdet ist sowie den zumeist nicht erdbebengerecht gebauten modernen Gebäuden in den Städten. So können "selbst nicht so starke Beben vergleichsweise viele Todesopfer fordern."

Bei der Auswertung solcher Beben wie im Iran und Pakistan ist das GFZ nicht auf Messdaten aus dem Iran und Pakistan angewiesen. "Große Beben werden weltweit aufgezeichnet, womit sich auch aus der Entfernung viele Informationen über diese Beben ermitteln lassen", sagt Tilmann. Für das Nachbeben wurde ein Wert der Stärke 4,5 ermittelt. Am GFZ werden aktuelle Erdbeben kontinuierlich aufgezeichnet und veröffentlicht.

Lesen Sie das ganze Interview mit Frederik Tilmann bei Zeit online:
http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2013-04/erdbeben-iran-forscher

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