Der Vulkan Kilauea auf Hawaii im Stadium der Langzeiteruption

Ein spektakuläres Schauspiel bietet der Vulkan Kilauea auf Hawaii. Schon seit Monaten brodelt heiße Lava heraus.

Seit Jahrtausenden fließt immer wieder Lava die Hänge des Vulkans Kilauea auf Hawaii hinunter. Bereits mehrfach in der Vergangenheit mussten Siedlungen in der Nähe des Vulkans geräumt werden. Straßen wurden gesperrt. Der Lavafluss bewegt sich relativ langsam hangabwärts und hat längst die Küste erreicht.

Die Aktivität des Vulkans wird vom Geologischen Dienst Amerikas (USGS) ununterbrochen überwacht.

Hot Spot

Die Inselkette von Hawaii befindet sich mitten in einer ozeanischen/tektonischen Platte. Sie wird durch einen Manteldiapir gespeist. Die Pazifische Platte bewegt sich seit Jahrmillionen in nordwestlicher Richtung über diesen Hot Spot hinweg. Deshalb liegen  die älteren Vulkane im Nordwesten und die jüngere Insel „Big Island“ im Südosten.
Der Vulkan Kilauea auf liegt auf dieser Insel und erhebt sich 1.200 Meter über den Meeresspiegel. Er ist auf einem ca. 5.000 Meter mächtigen, untermeerischen Vulkansockel gewachsen und produziert häufig basaltische Lavaströme. Der größte Teil der Oberfläche seines Schildes ist sehr jung. In den letzten 1.100 Jahren wurden 90% davon geformt. Allein in den vergangenen 200 Jahren haben sich hier etwa 40 Ausbrüche ereignet. Seit 1983 befindet sich der Kilauea im Stadium einer Langzeiteruption: Sein östliches Riftsystem an der Nordostflanke des Pu'u O'o ist quasi ununterbrochen aktiv. Teilweise ist die Lava bereits bis in den Ozean geflossen. Dort wird der heiße Gesteinsbrei zischend vom Meerwasser abgekühlt. In diesem östlichen Riftsystem öffneten sich bereits 2014 neue Spalten. Seither pulsiert die Aktivität, Lava fließt und erkaltet, der Lavaausstoß stoppt und geht wieder weiter, das Eruptionszentrum wandert.

Hawaiianische Eruption

Generell sind allerdings Hawaiianische Eruptionen eher gering-explosiv bzw. gleichmäßig fließend. Im leicht explosiven Fall sprudelt die dünnflüssige Lava aus Spalten heraus. Dies geschieht insbesondere, wenn im Magma ein hoher Anteil an Gasen vorhanden ist. Es können sich einige hundert Meter hohe Fontänen aus Lavafetzen bilden. Am Vulkan Kilauea (Hawaii) schoss beispielsweise im März 2016 die Lava 10 Meter hoch aus dem Boden und bot ein imposantes Schauspiel.

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