Gewaltige Aschewolke am Vulkan Tavurvur

Nicht nur am Bardarbunga auf Island stehen die Warnsignale auf Orange. Auch am Tavurvur in Papua Neuguinea brodelt die Erde.

Seit Mitte August 2014 ist der isländische Vulkan Bardarbunga aktiv. Große Mengen Lava sind seither geflossen, weiße Gaswolken wurden freigesetzt. Eine für den Flugverkehr gefährliche Aschewolke blieb dagegen bisher aus.

Ganz anders präsentierte sich ein Vulkan am anderen Ende der Welt. Mehr als 18 Kilometer hoch schoß der Tavurvur im Nordostzipfel Papua Neuguineas am 29. August eine Aschewolke in die Atmosphäre, begleitet von mehreren hundert Meter hohen Lavafontainen. Das Vulkanasche Beratungszentrum (VAAC) im Australischen Darwin setzte Warnstufe rot, Flüge wurden umgeleitet. Nach Abklingen der Aktivität wurde die Alarmstufe auf Orange gesenkt.

Der Vulkan Tavurvur ist ein junger Stratovulkan. Er ist eingebettet in die 8 x 14 km große Rabaul-Caldera, die etappenweise durch eine Reihe hochexplosiver Ausbrüche mit sehr voluminösem Magmaausstoß einbrach. Der größte Teil der Caldera befindet sich heute im Meer. Neben Tavurvur haben sich in der Caldera etwa zehn weitere Krater und Kegel geformt.

Der Tavurvur ist während des letzten Jahrhunderts bereits zwölf Mal ausgebrochen, teils mit sehr heftigen Explosionen. 1878 und 1937 eruptierte er gleichzeitig mit einem 6 km entfernten Nachbarvulkan namens Vulcan. Damals, 1937, kamen 500 Menschen ums Leben. In Folge dieser Eruption wurde im Ort Rabaul ein Vulkanobservatorium eingerichtet. Deutlich glimpflicher für die Bevölkerung lief die nächste Zwillingseruption von Tavurvur und Vulcan im Jahre 1994 ab. Bei dieser Eruption ging alles sehr schnell. Eine Serie starker Erdbeben mobilisierte einen Teil der Bevölkerung noch bevor die Behörden in Aktion traten. Laut Augenzeugenberichten wurden in nur einer Nacht Teile des Calderabodens um 5 m angehoben, so dass sie über die Meeresoberfläche traten. Am Tavurvur begann eine plinianische Eruption. 71 Minuten später klinkte sich Vulcan in das Geschehen ein. Der Ort Rabaul wurde zu weiten Teilen zerstört. Dank vorbereiteter Evakuationspläne und effektivem Agieren der Behörden waren bei dieser Eruption jedoch kaum Opfer zu beklagen.

Die Inseln auf der Ostseite Papua Neuguineas liegen in einer komplexen tektonischen Situation. Hier treffen eine Reihe von tektonischen Mikroplatten zusammen. Der Vulkanismus auf der New Britian Insel, zu dem auch die Rabaul Caldera und der Tavurvur gehören, wird durch Subduktion der ozeanischen Solomonplatte unter die Süd-Bismarckplatte gespeist.

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