Fünf Tote bei Gasexplosion am Vulkan Mayon

Bei einer Explosion des Vulkans Mayon auf den Philippinen sind am 6. Mai 2013 fünf Menschen ums Leben gekommen.

Unter den Toten befanden sich auch deutsche Bergsteiger. Das Ereignis zeigt das generelle Risiko, sich aktiven Vulkanen zu nähern und verdeutlicht die Notwendigkeit einer Vereinheitlichung von Vulkan-Alarmstufen.

Trotz dem der 2.460 Meter hohe Mayon unter ständiger Beobachtung von Wissenschaftlern steht, gab es in den Tagen und Stunden vor der Explosion keine Hinweise auf etwaige vulkanische Aktivitäten. Ein Beleg für die noch immer bestehende Schwierigkeit, exakte Vorhersagen über mögliche Ausbrüche von Vulkanen zu treffen und die Gefahr, der sich Touristen in der Gefahrenzone eines Vulkans aussetzen.

Der Mayon, ein symmetrischer Stratovulkan im Osten der Insel Luzon gelegen, stieß während der 71 Sekunden dauernden phreatischen Explosion (Dampfgasexplosion) eine 500 Meter hohe Aschewolke in die Luft. Insgesamt 50 Mal brach der Mayon seit 1616 aus und gilt damit als einer der weltweit aktivsten Vulkane. Die größte Eruption in der Historie ereignete sich 1814 bei der ca. 1.200 Menschen ums Leben kamen. Der Vulkan ist Teil einer Reihe von zehn großen Vulkankegeln in einer westlich abfallenden Subduktionszone. Hierbei werden im Bereich der Erdkruste zwei Platten gegeneinander geschoben, wobei die eine Platte unter der anderen abtaucht. Neben dem Mayon ist aus der Vulkankette in dieser Gegend nur noch der Bulusan aktiv.

Die Alarm- bzw. Gefahrenstufen für Vulkane sind weltweit nicht standardisiert. Für die Aktivitäten des Mayons existieren sechs Klassen - beginnend von „ruhig“ (Stufe 0) über „geringe Unruhe“ (Stufe 1), „Unruhe magmatischen Ursprungs“ (Stufe 2), „große Unruhe und Magma nahe Krater“ (Stufe 3),  „Eruption möglich in wenigen Tagen“ (Stufe 4) bis letztlich zur „katastrophalen Eruption“ (Stufe 5).

Unmittelbar vor dem Ausbruch des Mayons galt die Stufe 0, allerdings ist rund um den Vulkan eine permanente Gefahrenzone mit einem Radius von sechs Kilometern definiert. Ein Zutritt in diesen Bereich gilt generell als gefährlich. Jederzeit können gasgetriebene Explosionen auftreten, die als Vorboten für magmatische Eruptionen gelten. Entsprechend werden seit Jahren Diskussionen über die Notwendigkeit einer Umsiedlung der in diesem Radius lebenden Menschen geführt. In der Gefahrenzone hielten sich zudem zum Zeitpunkt des Unglücks zahlreiche Touristen auf, ein nicht nur für die Philippinen bekanntes Problem. Grundsätzlich problematisch stellen sich Touren und Führungen am Mayon und anderen Vulkanen weltweit in Zeiten erhöhter vulkanischer Intensität dar. Das Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) betont, dass durch die teilweise noch immer existierende Unvorhersehbarkeit von Vulkanausbrüchen, diese Menschen ihr eigenes Leben und das von möglicherweise eingesetzten Rettungsteams riskieren.

Während am Mayon die Gefahrenskala von 0 bis 5 reicht, umfasst diese in anderen Ländern teilweise nur fünf (Neuseeland), vier (USA, Indonesien) oder drei (Mexiko) Stufen. Warnstufen sind weltweit nicht standardisiert und können bei Laien für Irritationen sorgen. Am Mayon wird selbst bei der „ruhigen“ Stufe 0 von offizieller Stelle empfohlen, die Gefahrenzone nicht zu betreten. In anderen Gebieten mit weniger Alarmstufen bedeutet dieselbe Kategorie auch tatsächlich „ruhig“. Besucher haben diese Detailkenntnisse zumeist nicht. CEDIM empfiehlt daher, die Warnstufen zu internationalisieren und weltweit standardisierte Definitionen einzuführen.

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