Helmholtz Themenseite „Klimawandel“

Wie wirkt unsere Landnutzung auf den Klimawandel aus, beschleunigt sich das befürchtete Abschmelzen des Schelfeises in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts womöglich dramatisch, womit müssen Allergiker rechnen, wenn sich Pollenflugzeiten ändern? Wissenschaftler der Helmholtz Gemeinschaft untersuchen die unterschiedlichsten Aspekte des Klimawandels, erforschen potentielle Handlungsoptionen. Die Themenseite „Klimawandel“ gewährt einen umfassenden Einblick in die wissenschaftliche Arbeit an den Helmholtz Zentren. Experteninterviews mit führenden Köpfen der Klimaforschung ergänzen das Angebot.
 

Wie konnten die Inselstaaten den Weltklimagipfel prägen?

Prof. Dr. Reimund Schwarze zieht eine erste Bilanz des Weltklimagipfels. Zum vollständigen Interview mit der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren geht es hier.

Helmholtz: Der Weltklimagipfel fand aus rein praktischen Gründen in Bonn statt - eigentlich waren die Fidschi-Inseln der Gastgeber...
Prof. Dr. R. Schwarze: Das ist wirklich nicht glücklich gelaufen: Jede Präsidentschaft will ja dem Gipfel eine Prägung geben, aber dieser pazifische Gipfel ist doch sehr stark überlagert worden von europäischen Themen, auch mit deutschen. Die Präsidentschaft hätte sicherlich lieber ganz andere Themen als den Kohleausstieg in 2030 gesetzt. Und sie hat sicherlich größere Hilfen erwartet als die zugesagten. In entscheidenden Forderungen wurden die Inselstaaten abgeblockt. So sollte es einen eigenen Verhandlungspfad geben zu Anstrengungen bis 2020, also früher als es das Paris-Abkommen vorsieht. Damit sind sie nicht durchgekommen. Die Enttäuschung ist auch in den Reden der Vertreter der Inselstaaten deutlich geworden. Ich schließe mich dem an, denn ich hatte erwartet, dass die Themen der im Klimawandel besonders verletzlichen Staaten nach vorne kommen und nicht die Koalitionsgesprächsthemen in Berlin, verbunden mit Fragen wie: Wer führt jetzt in Europa? Oder: Gibt es eine deutsch-französische Achse? Solche Fragen waren aus meiner Sicht deplatziert.

Mehr Antworten von Prof. Dr. Reimund Schwarze, live vom Weltklimagipfel, gibt es hier (WhatsApp Fragerunde der Helmholtz Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren).

Wie stark steigt der Meeresspiegel?

Mojib Latif, Professor für Klimadynamik und Leiter der Forschungseinheit Maritime Meteorologie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel äußert sich zur einer amerikanischen Studie, die die Beschleunigung des Anstieges des Meeresspiegels der letzten 25 Jahre belegt. Die Forscher extrapolieren diese hochgenauen Messdaten in die Zukunft. Ihr Ergebnis, das sie selbst als bewusst konservativ beschreiben, sagt einen Anstieg des Meeresspiegels von 65 Zentimeter bis zum Ende des Jahrhunderts voraus. Ausführliche Informationen finden sich im Beitrag der Helmholtz Gemeinschaft.

Quellen und weiterführende Informationen

  Blair Trewin (2016): The world hottest year again: World Metorological Organisation report. Link
  COP23 - Fiji - Bonn 2017. Link
  Fiji News. Link
  Fiji Sun (2017): Fijian-delegation stresses impact of climate displacement on human rights. Link
  Hamburger Bildungsserver Klimawandel. Link
  Pacific Climate Change Portal. Link
  Steigende Meere: Themenseite zum Anstieg des Meerespiegels. Link
  UMC Mission (2016): Relocation and rising Sea Levels in Fiji. A Story of Relocation and Rising Sea Levels: Vunidogoloa Village, Vanua Levu, Fiji. Link
 World Bank Report (2000): Cities, Seas, and Storms. Managing Change in Pacific Island Economies. Volume IV. Adapting to Climate Change. Link

Text, Fotos und Grafiken soweit nicht andere Lizenzen betroffen: eskp.de | CC BY 4.0
eskp.de | Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft