Für Dr. Michael Kunz ist klar: Die Wissenschaft muss dafür sorgen, dass es "hip" ist, sich für das Thema Klimawandel zu interessieren. Nach Ansicht des Hagelforschers vom Karlsruher Institut für Technologie sehen noch immer viele Menschen das Thema als sehr abstrakt an. Dabei geht Klimawandel jeden etwas an.

Hagelschäden in Höhe von 4,8 Milliarden Euro in Deutschland 2013, Meereisrückgang um 30 Prozent seit 1979, Beginn der Apfelblüte heute im Vergleich zu 1951 fast zwei Wochen früher. Auszüge aus Vorträgen der Referenten vom vierten Tag der REKLIM-Konferenz in Berlin, dessen Fokus auf dem Dialog von Wissenschaftlern mit der Öffentlichkeit zum Thema regionale Klimaänderungen liegt.

Professor Mojib Latif nennt in seinem beeindruckenden Vortrag  "Klimawandel – wo stehen wir?" Fakten zum Klimawandel wie den enormen CO2-Anstieg in den vergangenen Jahrzehnten durch Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung sowie den starken Meeresspiegelanstieg seit 1900. Für den Wissenschaftler vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel besteht trotz der Fakten noch Hoffnung auf eine weiterhin lebenswerte Welt und zitiert hierfür auch US-Präsident Barack Obama: "Wenn wir die Luft, die unsere Kinder atmen werden, und das Essen, das sie zu sich nehmen werden, und wenn wir die Träume all unserer Nachkommen über unsere kurzfristigen Interessen stellen – ja, dann ist es vielleicht noch nicht zu spät."

Setzt sich der Klimawandel allerdings weiterhin wie bisher fort, kann es für den Klimaforscher "keine Gewinner, sondern nur Verlierer" geben. Selbst mögliche wirtschaftliche Vorteile wie die Öffnung der Nordost-Passage im Nordpolarmeer für den Schiffsverkehr durch Meereisrückgang können an der negativen Gesamtkonstellation nichts ändern.

Mehr Stürme und Hochwasser in Deutschland

320 Teilnehmer aus 28 Ländern haben in den vorangegangenen drei Tagen vom 6. bis 8. Oktober 2014 im Umweltforum Auferstehungskirche ihre Erkenntnisse und Meinungen unter dem Motto "Our Climate – Our Future" ausgetauscht. Organisiert wird die gesamte Veranstaltung von der Helmholtz-Klimainitiative REKLIM, einem Verbund von neun Forschungszentren der Helmholtz-Gemeinschaft in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel der Initiative ist es, mit regionalen Beobachtungs- und Prozessstudien in Kombination mit Modellsimulationen zur Verbesserung von regionalen und globalen Klimamodellen beizutragen. Hiermit soll eine solide Basis für klimabezogene Entscheidungshilfen geschaffen werden.

Für die REKLIM-Forscher ist der Einfluss des arktischen Klimasystems auf das mitteleuropäische Klima eindeutig. Zudem werden für Deutschland in den kommenden Jahren mehr Stürme und Hochwasser in Deutschland erwartet. Eine Zusammenfassung aller wichtigen Erkenntnisse der REKLIM-Konferenz bietet das Helmholtz-Portal (helmholtz.de).

Text: Karl Dzuba (Wissensplattform Erde und Umwelt)

Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite von REKLIM unter www.reklim.de.

Im Blog von der REKLIM-Konferenz finden Sie weitere aktuelle Berichte.