Der Wasserhaushalt in Zentralasien

Wissenschaftler des GeoForschungsZentrums in Potsdam unterstützen lokale Partner in Zentralasien beim Aufbau eines nachhaltigen Wassermanagements.

Der Lebensstandard eines Landes bzw. seiner Bevölkerung wird nicht unwesentlich auch von der Verfügbarkeit von Wasser beeinflusst. Allerdings fließen Flüsse oftmals durch mehrere Länder, so dass ein gemeinschaftliches Wassermanagement der Anrainerstaaten notwendig ist. Mit der zunehmenden Entwicklung der Länder in Zentralasien (u.a. Kasachstan, Kirgisistan, Usbekistan, Tadschikistan) in den letzten Jahrzehnten hat sich der Wasserbedarf vergrößert und zu einer Wasserknappheit in der Region geführt. Unterschiedliche Nutzungsziele führen dabei zu Konflikten. In den Oberliegerstaaten wird Wasser in den Wintermonaten zur Stromerzeugung benötigt, in den Unterliegerstaaten in den Sommermonaten für die Agrarproduktion.

Wissenschaftler des Deutschen GeoForschungsZentrums (GFZ) und des Zentralasiatischen Instituts für Angewandte Geowissenschaften (ZAIAG) unterstützen lokale Partner bei der Erfassung der verfügbaren Wasserressourcen und bei der Abschätzung, wie ein nachhaltiges Wassermanagement in der Region etabliert werden kann. Wetterdaten, zu denen nicht nur die Temperatur, sondern auch die Niederschlags- und Abflussmengen gehören, werden deshalb insbesondere in den zentralasiatischen Ländern, speziell in abgelegenen und Hochgebirgsregionen erhoben.

Der Aufbau einer modernen Messinfrastruktur für die Erfassung meteorologischer und hydrometeorologischer Daten ist Teil des CAWa-Projektes (Wasser in Zentralasien). Das CAWa-Netzwerk besteht derzeit aus neun Stationen. Zusätzlich zu Wetter- und Niederschlagsmessungen, können an einzelnen Stationen auch Abflussmengen erfasst werden. Einige Stationen verfügen über Kamerasysteme, um den jahreszeitlichen Gang der Schneelinie auf Gletschern zu beobachten, und über Sensoren, die Eigenschaften der Schneedecke messen. Darüber hinaus gibt es an drei Stationen auch Seismometer, um Erdbebenaktivitäten aufzeichnen zu können. Alle Stationen sind mit hochpräzisen GPS-Empfängern ausgestattet.

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