Tauchboot "Jago" vom GEOMAR nimmt "Tatort" an Bord

Was haben Tatort-Kommissar Klaus Borowski und das Team Jago vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel gemeinsam?

Beide nutzen das Unterwasserfahrzeug Jago. Kommissar Borowski alias Axel Milberg ging für eine Tatort-Folge (Ausstrahlung am 30.3.2014) kurzzeitig in der Kieler Förde auf Spurensuche. Normalerweise dient das Tauchboot Wissenschaftlern aus verschiedenen Fachrichtungen, einen persönlichen Blick auf den Meeresboden zu werfen.

Jago ist ein bemanntes Unterwasserfahrzeug für maximal 400 m Wassertiefe, das zur Erkundung und Erforschung aquatischer Systeme und Lebensräume eingesetzt wird.

Das Tauchboot ist unter Wasser frei beweglich und nicht durch ein Kabel mit der Oberfläche verbunden. Es bietet Platz für einen Piloten und einen Beobachter, weiträumigen Ausblick durch zwei große Acrylglasfenster und vielseitige Möglichkeiten für detaillierte Beobachtung und Beprobung mit Hilfe eines Greifarmes.

Durch ein relativ geringes Gewicht von nur 3 Tonnen und kompakte Masse von 3 x 2 x 2,5 Metern ist Jago von nahezu jedem Oberflächenschiff mit ausreichender Krankapazität weltweit einsetzbar. Transportiert wird das Tauchboot in einem 6 m Standard Container.

Typische Anwendungen sind Beobachtung und Erkundung des Meeresbodens und der Wassersäule, Video- und Fotodokumentation, selektive Probenahme, Absetzen, Bedienen und Aufnehmen von Sensoren und Mess-Systemen, Unterwasser-Inspektionen sowie Ortung und Bergung von Objekten.

FH-Studenten und GEOMAR-Ingenieure entwickeln neues Unterwasserfahrzeug

Jago ist derzeit Deutschlands einziges bemanntes Forschungstauchboot. Seit Januar 2006 ist das Boot am GEOMAR stationiert. Es wurde 1989 durch das Betreiberteam nach den Vorschriften des Germanischen Lloyd für Unterwasserfahrzeuge am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Bayern gebaut.

Aktuell entwickeln Studenten der Fachhochschule Kiel gemeinsam mit Ingenieuren und Technikern vom GEOMAR ein neues Unterwasserfahrzeug. Der Roboter soll bei einem internationalen Wettbewerb, der 14. Student Autonomous Underwater Challenge, im September 2014 in Italien vorgestellt werden.

Das GEOMAR verfügt über eine leistungsfähige Infrastruktur von Unterwasserfahrzeugen. Dazu zählen neben Jago, die ferngesteuerten Unterwasserroboter ROV KIEL 6000 und PHOCA sowie das autonome Unterwasserfahrzeug ABYSS. Letzteres war an der Suchaktion nach dem im Sommer 2009 vor der Nordostküste Brasiliens abgestürzten Air France-Flugzeug beteiligt.

Hinzu kommt eine der größten Gleiterflotten Europas, Tiefseeobservatorien (Lander) und weitere innovative Unterwasserbeobachtungssysteme.

Tauchroboter Made in Kiel - FH-Studenten und Meeresforscher bauen Unterwasserfahrzeug

Die Pressemitteilung vom 24. März 2014 zum "Tatort" finden Sie beim GEOMAR:
Tatort: Spurensuche am Meeresboden - Kommissar Borowski ermittelt am GEOMAR