Auswirkungen des El Niño-Phänomens

Erwärmt sich der Pazifik vor der Küste Perus beeinflusst das auch andere Regionen. Hieraus können Dürren und extreme Regenfälle resultieren.

Auf spanisch bedeutet El Niño: der Junge oder das Christkind. Das Phänomen tritt schließlich gern im Dezember vor der südamerikanischen Pazifikküste auf. Die Mechanismen und Voraussetzungen unter denen es zum El Niño-Phänomen kommt, wird hier erklärt.

Wechselwirkungen:

Windsystem
Normalerweise wehen Passatwinde nördlich des Äquators aus Nordosten, südlich davon aus Südosten. Diese Winde sorgen im Pazifik vor fast der gesamten amerikanischen Küste für den Transport von kalten, nährstoffreichem Wasser von der Tiefe an die Oberfläche. Schwächen diese Winde ab, erhöht sich die Wassertemperatur. 

Wassertemperatur
Schwächen die Passatwinde ab, werden keine kalten Tiefenwasser mehr an die Oberfläche vor der amerikanischen Küste gebracht Gleichzeitig beginnt das im Westen angestaute Wasser ostwärts zu fließen. Im zentralen und östlichen Pazifik wird die Meeresoberfläche ungewöhnlich warm und es kommt zu Niederschlägen, während diese im Westen ausbleiben.

 

Auswirkungen:

Reduzierter Fischbestand
Im Ostpazifik steigt die Wassertemperatur stark an, wodurch sich das Nährstoffangebot für die Fische reduziert, da das warme Wasser den Auftrieb nährstoffreichen kalten Wassers schwächt. Die Fische wandern ab, die Fischernetze bleiben häufig leer.

Korallenbleiche
Korallen haben einen kleinen Toleranzbereich im Bezug auf die Wassertemperatur. Die Koralle lebt in Symbiose mit Zooxantellen (Alge). Die Algen tragen durch Photosynthese auch zur Energieversorgung der Koralle bei. Ist das Wasser zu warm, bildet die Alge giftige Stoffe und wird abgestoßen. Die Koralle verliert ihre Farbe und kann aufgrund des Nahrungsmangels sogar absterben.   

Dürre
Extreme Trockenheit und Dürre und damit einhergehend eine steigende Waldbrandgefahr und Ernteausfälle können die Konsequenzen für Australien auf der westlichen Pazifikseite sein.

Starkniederschlag
Durch El Niño kommt es zu aufsteigenden Luftbewegungen, Wolkenbildung und kräftigen Niederschlägen an der amerikanischen Pazifikküste bis in den Norden ins dürregeplagte Kalifornien.

 

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