Großer Schaden durch Plastikmüll im Meer

Plastikmüll im Meer richtet jährlich Schäden in Milliardenhöhe an und kann über die Nahrungskette Einfluss auf die Gesundheit des Menschen nehmen.

Plastikmüll in den Ozeanen verursacht einen jährlichen Schaden von 9,6 Milliarden Euro. Das gaben die Vereinten Nationen (UN) im Rahmen ihres Umweltprogramms UNEP zu Beginn einer Konferenz im kenianischen Nairobi am Montag (23. Juni 2014) bekannt.

"Plastik spielt im modernen Leben eine bedeutende Rolle, aber wir können die Umwelteinflüsse, die durch den Gebrauch entstehen, nicht ignorieren", sagt UNEP-Geschäftsführer Achim Steiner. Die Schäden entstehen durch verschmutzte Strände, kaputte Korallenriffe und vergiftete Meeresbewohner, die über die Nahrungskette letztlich auch gefährlich für den Menschen werden können. Die Reduzierung und das Recycling sowie die Wiederverwendung von Plastik für neue Produkte sind laut Steiner Voraussetzung, um den ökonomischen Schaden für die marinen Ökosysteme, die Fischerei und den Tourismus zu verringern.

Kunststoffe zerfallen im Laufe der Zeit in immer kleinere Partikel, die mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen sind. Diese Mikroplastikteile können Auswirkungen auf die Nahrungskette haben und somit auch den Menschen treffen. Meeresbewohner nehmen die Kleinstpartikel mit der Nahrung auf. „An Mikroplastik sammeln sich aber Schadstoffe an. Selbst wenn die Tiere die Plastikteilchen wieder ausscheiden, kann es sein, dass sich die Schadstoffe im Organismus ansammeln“, sagt Dr. Mark Lenz vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie wurden Daten über die in europäischen Meeren befindlichen Müllmengen zusammengetragen. Demnach gelangen geschätzte 6,4 Millionen Tonnen Müll jedes Jahr in die Ozeane. Selbst in unberührten, entlegenen Wasserschichten in Tiefen von über 4.500 Metern wurde Müll gefunden, berichtet die am Projekt beteiligte Dr. Melanie Bergmann vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung.

Ein Ausstellungskasten des GEOMAR informiert derzeit zur Kieler Woche über die Forschung zum Thema Mikroplastik im Meer und beschreibt mögliche Konsequenzen am Beispiel des Wattwurms. "Wenn sich Schadstoffe in Wattwürmern anreichern, ist bald die gesamte Nahrungskette betroffen", sagt Lenz.

Das Wissen über die Auswirkungen von Mikroplastik auf die Meeresumwelt ist noch begrenzt, ein Handlungsbedarf zur Reduzierung des Plastikmülls aber dringend gegeben.

Linktipps

 GEOMAR: Wenn der Wattwurm Kunststoff frisst
 AWI: Kein europäisches Meer ohne Müll
 Bericht des UN-Umweltprogramms UNEP: Plastic Waste Causes Financial Damage of US$13 Billion to Marine Ecosystems Each Year as Concern Grows over Microplastics
 Verweildauer von Plastikmüll im Meer (Grafik des Bundesumweltamtes)

Plastic Waste Causes Financial Damage of US$13 Billion to Marine Ecosystems Each Year as Concern Grows over Microplastics - See more at: www.unep.org/newscentre/default.aspx

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