Seit dem 16. Mai 2016 hat sich die vulkanische Aktivität am Vulkan Ätna (Italien) wieder verstärkt. Zunächst stieg der vulkanische Tremor kontinuierlich an. Ab dem 17. Mai setzten mehrere kurzzeitige strombolianische Explosionen im Nordostkrater des Vulkans ein (mehr zu vulkanischen Aktivitäten am Ätna im Dezember 2015). Webkameras zeigten glühende Lavabrocken, die während der Explosionen über den Kraterrand geschleudert wurden. 

Am Morgen des 18. Mai kam es dann zu einer kurzen, aber heftigen eruptiven Phase am Zentralkrater, wobei sich Lavafontainen bildeten, die mehr als 300 Meter über den Kraterrand hinausragten. Darüber hinaus bildete sich eine Eruptionswolke aus Dampf, Gas und Asche, die zum Teil bis zu 3.000 Meter über den Gipfel des Ätna stieg und vom Wind rasch in östliche Richtung transportiert wurde.

Anhand von Satellitenaufnahmen bestätigte die Agentur zur Unterstützung der Flugsicherheit der Europäischen Weltraumbehörde (SACS) eine Wolke mit erhöhten Schwefeldioxid (SO2)-konzentrationen in der Atmosphäre in der Nähe des Vulkans. Mit dem Atmosphärenchemietransportmodell EURAD konnte ebenfalls die Ausbreitung der Vulkanwolke simuliert werden. Die Simulationen zeigen, dass alle vulkanischen Emissionen direkt nach (Süd)osten über das Mittelmeer abtransportiert worden sind und damit keine Gefahr mehr für Europa/Italien darstellen können (s. Abb. rechts). Laut dem Volcanic Ash Advisory Centre (VAAC) in Toulouse wurden in keiner Region signifikant erhöhte Aschekonzentrationen beobachtet, wodurch die Luftfahrt beeinträchtigt werden könnte.

Auch am 19. Mai kam es am Ätna zu weiteren Explosionen, was daraufhin deutet, dass diese Aktivitätsphase noch nicht beendet ist.

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