Philippinen waren auf Taifun Hagupit besser vorbereitet

CEDIM-Wissenschaftler fassen den zeitlichen Verlauf und die Auswirkungen des Taifun Hagupit zusammen.

Der Taifun „Hagupit“ (philippinischer Name:  „Ruby“) hat vom 7. bis 9. Dezember 2014 die Philippinen überquert und zieht als Tropischer Sturm über das Südchinesische Meer in Richtung Südvietnam weiter. Die vorläufige Schadensbilanz auf den Philippinen beläuft sich nach Angaben der Nationalen Katastrophenschutzbehörde NDRRMC auf 8 Tote und 151 Verletzte (Stand 9. Dezember 2014), zahlreiche Verkehrsunterbrechungen und zerstörte Häuser.

Wissenschaftler des interdisziplinären Center for Disaster Management and Risk Reduction Technology (CEDIM) haben die wichtigsten Fakten zum Taifun „Hagupit“ in einem Bericht zusammengefasst.

„Hagupit“ entstand Anfang Dezember 2014 aus einem tropischen Tiefdruckgebiet über dem Gebiet der Föderierten Staaten von Mikronesien und entwickelte sich auf seinem Weg nach Westen in Richtung Philippinen innerhalb von nur 42 Stunden von einem Tropensturm zu einem Taifun der höchsten Kategorie 5 (Mittelwind >252 km/h nach der Saffir-Simpson Hurrikan-Skala). Seinen Entwicklungshöhepunkt erreichte „Hagupit“ am 4. Dezember bei Palau mit maximalen Mittelwinden von 287 km/h und Böen über 300 km/h. In den darauffolgenden Tagen schwächte sich der Sturm ab und erreichte als Taifun der Kategorie 3 (Mittelwind 178-208 km/h) die Philippinen an der Ostküste der Insel Samar. Da sich „Hagupit“ relativ langsam fortbewegte, brachte er sehr große Niederschlagsmengen mit sich, die auf den Philippinen verbreitet zu Überflutungen und Hangrutschungen führten. Die größten Niederschlagsmengen innerhalb von 72 Stunden wurden mit 433 mm in Catbalogan auf Samar gemessen.

Im Vergleich zu Supertaifun „Haiyan“, der im November 2013 mit Geschwindigkeiten von bis zu 350 km/h über die Philippinen hinweg zog und zu schwersten Verwüstungen führte, war „Hagupit“ mit Geschwindigkeiten von knapp über 200 km/h (Mittelwind) deutlich schwächer. Damals waren viele der 7.000 Toten in der Flutwelle ums Leben gekommen, mit der Haiyan vor allem die Stadt Tacloban überschwemmt hatte.

Nach der katastrophalen Erfahrung vor fast genau einem Jahr waren die Philippinen auf den Taifun „Hagupit“ erheblich besser vorbereitet. Die Warnungen erhielten Hinweise auf die Gefahr einer bis zu 4,5 Meter hohen Sturmflut, die der Taifun verursachen könnte. Von den Behörden wurde  eine Reihe von Maßnahmen bereits im Vorfeld des Sturms getroffen, etwa die Einrichtung einer Vielzahl an Evakuierungszentren. Direkt bevor der Sturm die Philippinen erreichte, hatten die Behörden über 700.000 Menschen vorsorglich evakuiert – dies war die größte Evakuierungsmaßnahme in der Geschichte der Philippinen. Insgesamt konnten so die negativen Folgen durch „Hagupit“ erheblich vermindert werden.

Kategorien eines tropischen Wirbelsturms nach der Saffir-Simpson Hurrikan-Skala

Kategorie

Wind (km/h)

Druck (hPa)

Sturmflut (m)

1

119–153

≥ 980

1,0–2,0

2

154–177

965–979

2,0–2,5

3

178–208

945–964

2,5–4,0

4

209–251

920–944

4,0–5,5

5

≥ 252

< 920

≥ 5,5

Der komplette Bericht von CEDIM ist hier abrufbar.

Weitere Infos gibt es bei Wettergefahren-Frühwarnung.

Text und Daten: CEDIM, eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung des Deutschen GeoForschungsZentrums und des Karlsruher Instituts für Technologie

Text, Fotos und Grafiken soweit nicht andere Lizenzen betroffen: eskp.de | CC BY 4.0
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