Meteoriteneinschlag oder Eis-Doline?

Geophysiker haben im antarktischen Eis eine ringförmig umrahmte Struktur entdeckt. Gründe hierfür könnten ein Meteoriteneinschlag oder eine Eis-Doline sein.

Artikel aktualisiert am 27.1.2015

Bei einem Messflug in der Antarktis haben Geophysiker des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) eine ungewöhnliche ringförmig umrahmte Bruchstruktur entdeckt. Zunächst wurde ein möglicher Meteoriteneinschlag als Ursache  für den Krater diskutiert. Ein weiterer Erklärungsansatz kam aus den USA: eine Eis-Doline. In einem Beitrag im AWI-Eisblog schreibt Wissenschaftler Olaf Eisen hierzu: "Doug MacAyeal, Glaziologe an der Universität Chicago, brachte den Vorschlag ins Spiel, dass es sich um eine Eis-Doline handeln könnte."

Dr. Christian Müller vom wissenschaftlich-technischen Dienstleister Fielax hatte die "gewaltige kreisförmige Schramme" bei einem Flug bereits am 20. Dezember des vergangenen Jahres entdeckt, erklärt Dr. Graeme Eagles, Leiter der aktuellen AWI-Flugkampagne. Die Wissenschaftler des AWI führen derzeit Messflüge in der Ostantarktis durch, die zum Kooperationsprojekt WEGAS (West-East Gondwana Amalgamation and its Separation) gehören. In dem Forschungsvorhaben in Kooperation mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) wollen die Wissenschaftler herausfinden, wie sich der einstige Superkontinent Gondwana vor rund 550 Millionen Jahren geformt hat und dann vor circa 180 Mio. Jahren wieder auseinanderbrach.

Laut Eagles sind noch weitere Untersuchungen nötig, um das Phänomen dieser zwei Kilometer breiten Narbe im King Baudouin Schelfeis an der Princess Ragnhild Küste zu erklären und ob tatsächlich ein Meteorit der Grund für den Krater im Eis ist.

Die mit Laserhöhenmesser und Radar beim Messflug gesammelten Daten sollen nun am AWI in Bremerhaven eingehender untersucht werden, als dies vor Ort möglich ist. "Hier vor Ort besitzen wir nicht die notwendige Expertise, um die Daten gründlich analysieren zu können", sagt Eagles.

Weitere Untersuchungen vor Ort sind derzeit aber nicht geplant. Sollten allerdings plausible Argumente für einen Meteoriteneinschlag gefunden werden, dann würden die Wissenschaftler "gern an die Stelle zurückkehren, um vor Ort zu arbeiten, anstatt wie bisher über Fernerkundungskampagnen", sagt Eagles. Vorerst hat die eigentliche Expedition, für welche die Wissenschaftler in die Antarktis gekommen waren, Vorrang.

Weiterführende Informationen
  Zum AWI-Eisblog

Text: Karl Dzuba, Wissensplattform Erde und Umwelt

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eskp.de | Earth System Knowledge Platform – die Wissensplattform des Forschungsbereichs Erde und Umwelt der Helmholtz-Gemeinschaft

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