Pressemitteilung (HZG)7. April 2014: Norddeutschland hat sich in den letzten 60 Jahren (1951 – 2010) erwärmt. Sämtliche Ergebnisse des kostenfreien Online-Monitors sind interaktiv im Internet unter www.norddeutscher-klimamonitor.de für jedermann nutzbar. Entwickelt wurde dieser vom Norddeutschen Klimabüro am Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) und dem Regionalen Klimabüro Hamburg des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Die Plattform enthält neben den gängigen Klimaparametern wie Temperatur und Niederschlag auch Informationen über Wind, Luftfeuchte, Bewölkung und Sonnenscheindauer.

"Zwischen 1951 und 2010 beträgt die Erwärmung im Jahresdurchschnitt etwa 1,2 Grad Celsius", sagt Dr. Insa Meinke, Leiterin des Norddeutschen Klimabüros am Helmholtz-Zentrum Geesthacht. Damit einher erwacht die Natur etwa drei Wochen früher als Anfang der 50er Jahre.

Im Norddeutschen Klimamonitor lassen sich Antworten auf verschiedenste individuelle Fragestellungen finden. So wird beispielsweise schnell ersichtlich, dass Arkona auf Rügen der sonnigste Ort im Norden ist, während es auf dem Brocken am meisten regnet und es im Jahresmittel am kältesten ist.

Umfangreiche Datengrundlage

"Für den Norddeutschen Klimamonitor konnten wir auf die Datenaufzeichnungen von mehr als 20 Messstationen zurückgreifen", sagt Wolfgang Riecke, Leiter des Regionalen Klimabüros Hamburg beim Deutschen Wetterdienst. Außerdem stützt sich der Norddeutsche Klimamonitor auf verschiedene flächendeckende Datensätze, unter anderem das mit numerischen Modellen nachgerechnete Wetter der letzten 60 Jahre aus dem coastDat-Datensatz des HZG. Der Norddeutsche Klimamonitor fasst diese verschiedenen Datensätze zusammen und stellt die Ergebnisse in über 2500 übersichtlichen Karten, Diagrammen und verständlichen Texten dar.

Außerdem bietet der Klimamonitor die Möglichkeit, Klimaentwicklungen der Vergangenheit mit regionalen Klimaszenarien zu vergleichen. Er ist als offenes System konzipiert, in den bei Bedarf weitere Indikatoren eingepflegt werden können. Hierzu bitten das Regionale Klimabüro Hamburg des Deutschen Wetterdienstes und das Norddeutsche Klimabüro des Helmholtz-Zentrums Geesthacht um entsprechende Anregungen. Darüber hinaus werden die Datensätze in regelmäßigen Zeitabständen aktualisiert.

Der Norddeutsche Klimamonitor wird in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) erarbeitet (Ansprechpartner: Wolfgang Riecke).

Pressemitteilung:
Helmholtz-Zentrum Geesthacht, Zentrum für Material- und Küstenforschung