Die 20. Klimakonferenz der Vereinten Nationen fand in der peruanischen Hauptstadt Lima vom 1. bis 12. Dezember 2014 statt. Delegationen aus 195 Nationen waren vor Ort, um eine Grundlage für den angestrebten Pariser Beschluss im nächsten Jahr zu schaffen. In der zweiten Verlängerung wurde ein Verhandlungstext gefunden, dem 189 Staaten zustimmten.

Welche Ergebnisse hat der Klimagipfel in Lima gebracht?

Das Hauptergebnis sehe ich darin, dass der Weg zum einem Paris-Abkommen im nächsten Jahr noch dornig und schwer ist. Die Erfolge des Sondergipfels in New York übersetzen sich nicht einfach in einen für die 190 Vertragsstaaten der UNFCCC (Anm. d. Red./United Nations Framework Convention of Climate Change) konsensfähigen Vertragstext.

Wie beurteilen Sie diese Ergebnisse?

Ich bin darüber weder überrascht noch verzweifelt, denn ich sehe dies als einen schrittweisen Prozess, bei dem die Verhandlungen der Völkergemeinschaft nur die höchste und in vieler Hinsicht die schwierigste Ebene darstellt. Die grundlegenden Impulse aus New York bleiben davon unberührt und werden im nächsten Jahr eine größere Wirkung zeigen.  

Welche Chancen sehen Sie, die globale Erderwärmung zu stoppen?

Die menschgemachte globale Erwärmung können wir nicht stoppen, aber auf ein hinnehmbares Niveau begrenzen. Wie hoch das sein wird, muss die Weltgemeinschaft politisch entscheiden. Ich sehe keinen Grund vom Zweigradziel als Langfristorientierung abzugehen. Die Ziellatte ist hoch, aber spornt uns an, das Mögliche zu schaffen.

Wie geht es weiter in 2015?

Ich bleibe zuversichtlich, dass wir im Entscheidungsjahr 2015 zu einer Vervielfachung der Anstrengungen aller im Bereich der Hilfsleistungen für die armen Länder kommen. Damit wäre ein wichtiger Schritt erreicht.

Das Interview führte Karl Dzuba, Wissensplattform Erde und Umwelt

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